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Ausgabe: S4/2005
Seite: 11
Zeitschrift: LANline »


Sicherheits-Appliance für Industrie-Ethernet

Werksschutz

Das Zusammenwachsen von Ethernet und TCP/IP in Office- und Produktionsumgebungen bringt nicht nur Vorteile mit sich: Nach einer Integration ist es zwingend nötig, die bekannten Sicherheitsmaßnahmen wie Firewall und Antivirenschutz auch in das industrielle Netzsegment zu übernehmen. Die Hersteller bieten dazu passende Appliances an.




Mguard Industrial“ ist eine Firewall für die industrielle Fertigung, die sich auf DIN-Hutschienen montieren lässt

Innominate Security Technologies aus Berlin ist Insidern bislang als Hersteller von Security-Appliances bekannt. Mit „Mguard Industrial“ stellt das Unternehmenr nun ein Gerät für die industrielle Fertigung vor: eine Firewall, die sich auf DIN-Hutschienen montieren lässt. Es soll Einzelsysteme oder funktionelle Gruppen im industriellen Ethernet vor Angriffen von außen und vor unberechtigten Zugriffen von innen schützen. Zudem bietet es optional einen Virenschutz für Produktionsnetze. Weiteres Feature ist der so genannte Innominates Security Configuration Manager (ISCM), mit dem sich Sicherheits-Policies für alle Mguard-Systeme festlegen lassen.

Das Gerät verfügt über redundante Stromversorgung, zwei 10/100-Base/TX-Ethernet-Ports sowie einen Meldekontakt. Laut Innominate lässt es sich in alle Ethernet-Produktionsnetzwerke integrieren, und zwar ohne Veränderungen an den Systemeinstellungen, ohne Treiberinstallation, unabhängig von Prozessoren und Betriebssystemen. Der Anschluss eines optionalen Konfigurationsadapters und die Möglichkeit von Dial-up/-in über die vorhandene V.24 Schnittstelle sollen die Eignung für das Industrieumfeld zusätzlich erhöhen. Hintergrund der Aktivitäten von Innominate ist nach eigenen Angaben die Tatsache, dass proprietäre Datenprotokolle und Netzwerktechniken in der Produktionssteuerung nach und nach von den im Office-Bereich seit langem verbreiteten Standards Ethernet und TCP/IP abgelöst werden. Beide Arten von Netzen wachsen auf der Basis dieser gemeinsamen Infrastruktur zusammen. Industrieunternehmen eröffnet dies offenbar ein erhebliches Effizienzpotenzial, da sich die Produktionssteuerung unmittelbar mit Enterprise-Ressource-Planning-Systemen und dem Supply-Chain-Management verbinden lässt. Zudem ist nur eine technische Infrastruktur aufzubauen und zu warten, und entsprechendes Know-how muss nur einmal vorhanden sein. Andererseits öffnet die bereichsübergreifende Infrastruktur auch Tür und Tor für Viren, Trojaner und Hacker-Angriffe, die in den bis dato relativ sicheren – weil isolierten – Industrienetzen nahezu unbekannt waren. „Die Sicherheitsrisiken beim Einsatz von Industrial Ethernet werden von vielen Unternehmen noch nicht angemessen ernst genommen“, heißt es seitens Innominate. Dabei verursache ein Systemausfall in der Fertigung schnell ganz erhebliche Kosten.

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