Klassifizierungsrahmen für die Softwareentwicklung im Ausland muss mehr berücksichtigen als die reinen Lohnkosten
Offshore-Management wird unterschätzt
Hauptmotiv von Unternehmen, die Softwareentwicklung an Dienstleister in Niedriglohnländern auszulagern, ist nach wie vor die Kostensenkung. Diese fällt bei einmaligen Projekten aber meist geringer aus, als erwartet.
Die Anwendungsentwicklung zeichnet sich durch modularen Charakter und eine Vielzahl standardisierter Abläufe aus. Deshalb gilt das Software-Development als besonders geeignet für das Offshoring. Dass dennoch so viele Projekte die Erwartungen nicht erfüllen oder gar scheitern, liegt daran, dass die Unternehmen die Risiken einer Offshore-Strategie nicht richtig adressieren. Meist steht der Wunsch, die Kosten zu senken, zu sehr im Vordergrund.
„Tatsächlich ist eine Ersparnis von 20 bis 40 Prozent durchaus drin“, bestätigt Oleg Brodsky vom Beratungsunternehmen Ernst & Young. Das setze jedoch eine längerfristige Vertragsbeziehung voraus. „Bei einmaligen Entwicklungsprojekten spart man unter Umständen gar nichts, wenn die erforderlichen Absprachen zu umfangreich sind.“ Denn das Aufsetzen eines Offshore-Entwicklungs-Projekts erfordert einen multidisziplinären Ansatz. Es muss nicht nur ein geeigneter Anbieter gefunden, sondern auch geklärt werden, wie das Change-Management aufge-setzt wird, wie der Vertrag genau aussieht und welches Recht maßgeblich ist.