Bernd Eckenfels, Seeburger: Ein Enterprise Architect sollte alle Prozessabläufe eines Unternehmens im Blick behalten
„Viele Anwendungen sind nicht SOA-fähig“
Die Definition für eine serviceorientierte Architektur (SOA) ist vage. Entsprechend schreiben sich viele Hersteller diesen Begriff auf ihre Fahne – und verwirren die Anwender. Folglich kommt es bei der Umsetzung in den Unternehmen zu Problemen.
In der Praxis klappt die von vielen Anbietern versprochene SOA-Interoperabilität oft nicht: Durch eine Flut von Technologien – die meist noch nicht herstellerübergreifend funktionieren – ist es schwer, tatsächlich Skalierbarkeit, Zuverlässigkeit und Wartbarkeit sicher zu stellen. Unterm Strich lässt sich sagen, dass viele Anwendungssysteme nicht im eigentlichen Sinne SOA-fähig sind. Zwar gibt es diverse modulare Lösungen und einige Anbieter bemühen sich, ihre Software SOA-gerecht zu gestalten – ein Vorhaben, das noch Jahre dauern kann. Derzeit gibt es kein System mit wirklich offenen Schnittstellen, bei dem es möglich ist, einzelne Prozessschritte aufzurufen.
Arbeiten mehrere Anwendungen zusammen, gibt es das Problem des Stammdatenabgleichs. Das erklärt den Boom von Synchronisationsprodukten wie Master Data Management. Nur wenn alle beteiligten Systeme über die gleiche Sicht auf Stammdaten wie Artikel und Kunden verfügen, können sie an einem systemübergreifenden Prozess beteiligt sein. Aber auch dann konkurrieren die Applikationen um die Prozessführerschaft.