Allerdings hat die 5-GHz-Technik auch Nachteile – zum einen ist sie wegen ihrer höheren Komplexität erheblich teurer als 2,4-GHz-Technik (derzeit etwa 30 bis 50 Prozent) zum anderen ergibt sich aus physikalischen Gründen eine deutlich kürzere Reichweite. Während APs mit 2,4-GHz-Radio im Idealfall (im freien Feld) bis zu 100 bis 150 Meter weit funken, schaffen die 5-GHz-Wellen nur maximal etwa 30 bis 40 Meter. Immerhin, eine regulatorische Hürde für den Einsatz von 5-GHz-Technik in Deutschland und weiten Teilen Europas ist seit kurzem aus dem Weg geräumt. Den Europäern war die in USA entwickelte 5-GHz-Technologie für WLANs (802.11a) bisher zu aggressiv. Sie forderten eine Funktion zur dynamischen Frequenzwahl (Dynamic Frequency Selection – kurz DFS), falls bestimmte Kanäle bereits anderweitig in Beschlag sein sollten sowie eine Funktion zur automatischen Anpassung der Übertragungsleistung (Transmission Power Control – kurz TPC) in Abhängigkeit der Übertragungsbedingungen. TPC sorgt dafür, dass immer der niedrigst mögliche Sendepegel einstellt wird, um Störungen anderer Funknetze soweit als möglich zu vermeiden. Diese beiden Mechanismen waren in einer europäischen Konkurrenztechnologie zu 802.11a, die inzwischen jedoch bedeutungslos geworden ist (Hiperlan II), bereits etabliert. Im neuen 5-GHz-Standard 802.11h sind diese Funktionen nun realisiert, und entsprechende Produkte unterliegen nicht mehr den zum Teil drastischen Restriktionen, die der Regulierer den Betreibern von 802.11a-Netzen auferlegt hat. Hilfreich für die schnelle Verabschiedung des neuen Standards war wohl, dass auch den US-Militärs dieser Ansatz gefiel.