Bei der Nanoelektronik hat sich Deutschland in eine Spitzenposition gebracht – auch dank forschungspolitischer Weitsicht: Heute fördert die Bundesforschungsministerin die Nanotechnik mit 100 Millionen Euro jährlich, im Rahmen des EU-Verbunds Medea+ fließen weitere 149 Millionen in die Nanoelektronik. Symptomatisch für die Innovationsschwäche wird aber die Topforschung noch zu wenig in konkurrenzfähige Produkte umgesetzt. Konzerne wie Infineon, Siemens oder Intel wittern blitzschnell die Chancen neuer Techno-logien und stellen Forschungsressourcen dafür bereit, der Rest wartet ab. Die Forschungspolitik muss folglich den Förderfokus auf die praktische Verwendung im Mittelstand legen – statt sich auf Megaprojekte wie die Chip-Fab in Frankfurt/Oder zu kaprizieren: Die Technologie hat sich schon während der Projektplanung überlebt, und die Wertschöpfung für den Standort wäre im Vergleich zur breiten Anwendung neuer Technologien verschwindend gering gewesen. Rochus Rademacher