Anfang April 2004 wird der Luxusliner Jewel of the Seas die Meyer-Werft in Papenburg verlassen. Die Werft, die seit 208 Jahren Spezialschiffe baut: „Wir sind ein Familienbetrieb im Privatbesitz und könnten uns die im Schiffsbau üblichen, hohen Konventionalstrafen im Falle einer Verzögerung gar nicht leisten“, berichtet Günter Bahlmann, IT-Projektleiter der Meyer-Werft.
Um diesen Gau zu vermeiden, verlässt sich die Werft unter anderem auf Business Intelligence (BI). So sind in dem niedersächsischen Betrieb rund zehn Module des Anbieters SAS im Einsatz. Von der ersten Schweißnaht bis zum Stapellauf achten sie auf die Einhaltung der Zeitpläne.
Den Vorteil gegenüber herkömmlicher Projektierungssoftware beschreibt Bahlmann: „Mit BI generieren wir genaue Reports und Listings und können ganz gezielt bestimmte Gewerkebereiche abfragen.“ Die Plandaten werden mit den Ist-Daten des Baufortschritts verglichen, sodass ein schnelles Reagieren auf Verzögerungen möglich wird. Kreuzfahrtschiffe bestehen mitunter aus 800 Sektionseinheiten, die 70 Montageblöcke ergeben, aus denen das Stahlschiff entsteht, ein Koloss mit Kilometern an Kabeln und Millionen von Schrauben. „Als spezialisierter Werftbetrieb sind wir ein extremer Einzelfertiger, viele Teile sind Unikate“, erklärt Bahlmann das diffizile Zusammenspiel. Die Software, die das Schiff im Längsschnitt zeigt, schlägt Alarm, falls es zeitlich knapp wird. Sämtliche Faktoren, die eine rechtzeitige Fertigstellung behindern könnten, werden kontrolliert – ein ständiges Wissen über Arbeits- und Urlaubstage inklusive.