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Ausgabe: 49/2003
Seite: 20
Zeitschrift: COMPUTER ZEITUNG »


Intel-Vordenker Justin Rattner sieht die Epic-Architektur des Itanium bestätigt

„Design braucht Automation“

Parallelisierung der Befehlsverarbeitung sorgt laut Intels Prozessorguru Justin Rattner für die Performanz der Itanium-Architektur. Für die Zukunft setzt er auch auf Multithreading-Techniken.




Mit dem Itanium 2 erreichen Sie inzwischen eine beeindruckende Performance. Was macht der Chip denn besser als andere CPUs?

Zwei Faktoren bestimmen die Prozessorleistung: Einerseits die Taktfrequenz, andererseits die Zahl der Instruktionen, die sich pro Zyklus erledigen lassen. Die Performance ist das Produkt daraus. Der Itanium schafft doppelt so viele Instruktionen pro Zyklus als die Pentium-Vertreter. Eben dieser grundlegende Effizienzvorteil war ja die Motivation für die Entwicklung der Epic-Architektur. Nun haben wir die Gelegenheit, den Takt weiter hochzuschrauben und zugleich den Effizienz-Level zu halten. Da nutzen wir die Erfahrungen, die wir auf der 32-Bit-Seite gesammelt haben.

Eine zusätzliche Effizienzsteigerung verspricht das Chip-Multithreading. Gibt es da auch Grenzen?

Man muss abwägen. Es ist relativ leicht, beispielsweise von zwei auf vier parallele Threads zu gehen, aber man braucht zugleich auch mehr Hardware, um den Status all dieser Threads aufrechtzuerhalten. Dem steht die Alternative gegenüber, einfach einen zusätzlichen Prozessorkern hinzuzufügen. In meinem Team arbeiten wir momentan daran, spekulative Techniken, wie wir sie auf Instruktionsebene bereits entwickelt haben, auf die Thread-Ebene zu übertragen. Man ermöglicht die Durchführung von Threads, die sich im späteren Programmverlauf als Irrweg herausstellen können – in diesem Fall wird ihr Ergebnis einfach verworfen. Gemäß internen Studien könnte das Speculative Multithreading einen Performance-Gewinn von 20 bis 30 Prozent bringen.

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