Bioinformatiker sind gefragte Leute. „Wenn wir auf einer Konferenz unsere Verfahren vorstellen, kommen hinterher immer Biologen und bitten uns darum, sie mal auf ihre Daten anzuwenden“, berichtet Professor Rolf Backofen, Lehrstuhlinhaber für Bioinformatik an der Universität Jena.
Er und seine Mitarbeiter haben die so genannte Constraint-Programmierung so verfeinert, dass sie Proteinfaltungen idenJPGizieren und simulieren können. In der Biologie ist Eiweiß nicht gleich Eiweiß. Proteine sind vielmehr dreidimensionale Fadenknäuel mit Knotenpunkten, die je nach Anordnung der molekularen Struktur sehr unterschiedliche Jobs im Körper erfüllen.
Eine häufig angewandte Methode zur IdenJPGikation von Eigenschaften von Molekülen ist das dynamische Programmieren. Sie lässt sich laut Backofen auch auf die Analyse von RNA anwenden, die im Körper etwa als Kontrolleur bestimmt, wohin es bei der Proteinsynthese gehen muss. Wie die Prozesse genau ablaufen, weiß kein Biologe hundertprozentig – deshalb wächst das Interesse an der Bioinformatik.