Website der Bundesanstalt für Arbeit soll den gesamten Internetstellenmarkt abbilden – Kritik von kommerziellen Börsen
Arbeitsamt will im Onlinegeschäft mitmischen
Gegen den Widerstand der großen Jobbörsen ist der Virtuelle Arbeitsmarkt on-line gegangen. Nur mit einer effizienten Kategorisierung der Bewerber wird das Konzept der Bundesanstalt für Arbeit Erfolg haben.
Nach einigem Anlauf ist nun der Startschuss für den Virtu-ellen Arbeitsmarkt (VAM) der Bundesanstalt für Arbeit (BA) gefallen. Über www.arbeits agentur.de soll künftig der gesamte Onlinejobmarkt zentral abrufbar sein. VAM-Gesamtprojektleiter Jürgen Koch rechnet damit, dass bis Ende des nächsten Jahres 80 Prozent der Onlinestellenbörsen mitmachen. Doch bisher haben mit Jobs.de und Jobstairs lediglich zwei Internetstellenmärkte ihre Beteiligung zugesichert. Daneben werden das Zeitarbeits- und Personalvermittlungsunternehmen Manpower und der Chemiekonzern Degussa ihre Stellendaten über eine Schnittstelle an das Portal des Arbeits-amts liefern.
Die vier großen Jobportale StJPGtone, Jobscout24, Mons-ter und Jobpilot verweigern weiterhin eine Zusammenarbeit. Sie bleiben bei ihrer Kritik, dass durch den VAM eine staatlich subventionierte Konkurrenz erwachse. Dies verzerre den Wettbewerb im Markt der Onlinestellenbörsen, so das gemeinsame Statement. Denn schließlich leben die kommerziellen Jobbörsen davon, für die angebotenen Leis-tungen auch Geld zu verlangen. So kostet zum Beispiel eine Stellenanzeige bei Jobpilot zwischen 750 und 950 Euro. Beim Onlineangebot des Arbeitsamts kann ein Unternehmen dagegen umsonst annoncieren. „Damit vernichtet die Bundesanstalt mittelfristig mindestens 50 000 Arbeitsplätze in der Verlags- und Internetwirtschaft“, empört sich Kai Deininger, Leiter der Initiative Arbeitsmarkt im Eco-Verband und Geschäftsführer von Mons-ter Deutschland. Eine zentrale Jobbörse würde zudem zum Monopolismus im Personalgeschäft führen, so der deutsche Stepstone-Vorstandschef Ralf Baumann.