Wenn es nach dem Sun-Chef geht, ist der 3. Dezember 2003 ein historisches Datum für die IT-Branche. An diesem Tag verkündete in Berlin Scott McNealy nämlich den Sieg von Java über das Dotnet-Paradigma des Erzkonkurrenten. Natürlich sprechen der größere Reifegrad der plattformübergreifenden Sprache und die Vielzahl der – zum Teil unternehmens-kritischen – Anwendungen für Java. Aber bereits jetzt den Sieg zu verkünden, hieße, ein Grand-Prix-Rennen nach der ersten Runde abwinken zu wollen, nur weil der Hauptkonkurrent später vom Start weggekommen ist. Zudem sehen Analysten das Problem, dass künftig proprietäre Features in den Java-Enterprise-Produkten zunehmen werden – auch wenn ihnen nach wie vor ein gemeinsamer Sprachstandard zugrunde liegt. Sun will zwar gegen diesen Trend vorgehen. Aber auch die Java-Jünger müssen sich im Markt gegenseitig differenzieren. Das schadet jedoch der gemeinsamen Sache. Steve Ballmer wird’s mit Freuden vernehmen. Franz Graser