Im Jahr 2002 wurde jeder Client in einem Unternehmen durchschnittlich mit neun neuen Softwarepaketen versehen. Dies ergab eine Studie des Systemhauses Deron in Zusammenarbeit mit der Fraunhofer Gesellschaft. Selbst bei einem Unternehmen mit nur 100 Rechnern bedeutet dies 900 Softwareinstallationen jährlich. Schon in diesen Größenordnungen wird sehr deutlich, dass eine “persönliche Betreuung” jedes Rechners durch einen Administrators wirtschaftlich nicht tragbar ist. Dabei ist die Softwareverteilung nur einer von mehreren Jobs, die ein gutes Client-Managementpaket heute beherrschen sollte.
Automatisiertes Client-Management ist für gut organisierte Unternehmen heute eine ökonomische Pflichtübung. Neben der Softwareverteilung (inklusive Aktualisierung) als Kernaufgabe dieser Art von Verwaltungs-Tools übernehmen moderne Pakete inzwischen auch sehr oft die Inventarisierung von Rechnern, ihre Installation, Konfiguration Modifikation und ihre Wiederherstellung nach Soft- und/ oder Hardwareproblemen. Jede einzelne Aufgabe innerhalb eines PC-Lebenszyklus (neudeutsch: Life-Cycle) birgt nun eigene Anforderungen, die durch eine Client-Managementlösung abgedeckt sein sollten.
Ein Großteil der ursprünglich oft reinen Softwaredistributions-Tools hat sich also zu umfänglichen Client-Managementlösungen entwickelt und ihren Stellenwert in der Unternehmens-IT damit nochmals gesteigert. Nach der bereits erwähnten Marktstudie von Deron sind die Top Fünf der im Jahr 2002 eingesetzten Client-Managementlösungen Netinstall von Netsupport, SMS 2.0 von Microsoft, Zenworks von Novell, On Command von On Technology und Landesk von Landesk Software. Weitere nennenswerte Produkte sind etwa Empirum Pro von Matrix 42 und die Client-Management-Suite von Altiris. Trotz der doch recht großen Vielfalt am Markt erhältlicher Lösungen setzen viele Unternehmen auch auf Eigenentwicklungen. In Summe liegen diese laut Deron bei der Anzahl der verwalteten Clients sogar auf Platz sechs. Allen Produkten ist gemeinsam, dass sie aus einem oder mehreren zentralen Servern und Client-seitigen Agenten bestehen. Letztere müssen auf jedem Client installiert werden, damit diese die Funktionen des Client-Managementsystems nutzen beziehungsweise von einem Server angesprochen werden können. Was die einzelnen Lösungen voneinander unterscheidet, sind zum einen technische Details aber auch die Möglichkeit der Skalierung und hier vor allem die Bandbreite der Skalierung.