Ausfallsicherheit
Auch wenn Layer-3-Switches immer mehr in den Etagen, also im so genannten Edge, zum Einsatz kommen, so stellen sie doch nach wie vor auch das Herz des Netzwerks dar. Verfügbarkeit bleibt also ein essenzielles Kriterium für diese Switch-Gattung. Aktuelle Ausschreibungen fordern nicht selten 99,999 Prozent. Dies entspricht einigen wenigen Minuten Downtime pro Jahr. Voraussetzung für die Realisierung eines solchen Werts sind eine gute Planung und ein adäquates Design des Backbone-Netzes. Betrachtet man den einzelnen Switch, muss der Käufer zunächst auf triviale Dinge wie hinreichende Redundanz wichtiger Komponenten achten. Dies betrifft etwa die Stromversorgung und Kühlung, aber auch Managementmodule, Verbindungen zu anderen Switches und auch die Switching-Fabric selbst. Alles sollte einfach oder besser mehrfach redundant ausgelegt sein. Aber nicht nur physikalische Eigenschaften sind wichtig. So haben viele Anwender trotz Layer 3 immer noch mit Vermaschungen auf Layer 2 zu tun. Spanning Tree ist hier das Thema. Zum Glück gab es hier in den letzten Jahren deutliche Fortschritte. Die weiterentwickelten Varianten, die inzwischen standardisiert und etabliert sind, räumen mit den grundlegenden Problemen des ursprünglichen Spanning-Tree-Protokolls gründlich auf. Rapid Spanning Tree (802.1w) oder Ringprotokolle auf Layer 2 garantieren heute Umschaltzeiten von unter einer bis zu wenigen Sekunden gegenüber mindestens 35 bis 40 Sekunden beim alten Spanning Tree. Auf Layer 3 heißt der Standard heute VRRP (Virtual Router Redundancy Protocol). VRRP gewährleistet die Verfügbarkeit der Routing-Instanz.