Solche Early Adopter kennt Seeburger-Mann Eckenfels aus der Praxis – sein Unternehmen ist selber einer: „Mit dieser Architektur bekommen wir die enorme Variantenvielfalt bei unseren Produkten in den Griff.“ Zudem sei das Einpflegen von gesetzlichen Änderungen in die eigene IT wesentlich einfacher möglich. Allerdings gebe es noch viele Probleme, die bei einem flächendeckenden Einsatz überwunden werden müssen. SOA-Software ist teuer und wartungsaufwändig: „Man hat es nicht mehr mit einem monolithischen System zu tun, sondern mit fünfzig Services, über die etwa fünfzig Service-Level-Agreements abgeschlossen werden müssen.“
Produkte sind nicht herstellerunabhängig
In die selbe Kerbe schlägt auch Freudenberg-IT-Berater Schlosser, dem vor allem die versprochene Herstellerunabhängigkeit fehlt, wie sie etwa bei Webservices schon einigermassen gut gegeben ist. Entsprechend sollte die Entscheidung für einen Anbieter wohl überlegt sein: „SOA ist wie eine Hummerfalle. In eine serviceorientierte Architektur eines Herstellers kommt man schnell rein, aber ganz schwer wieder raus.“ Entsprechend würden Anbieter wie IBM, Oracle oder SAP ihre SOA-Plattformen, die auf Applika- tionsserver aufsetzen, aggressiv in den Markt drücken – um auf dieser Basis weitere Software verkaufen zu können.