Wer die Kommando-Shells von Unix kennt, weiß auch, wie eingeschränkt die Fähigkeiten der Windows Eingabeaufforderung wirklich sind. Diesen „Missstand“ will die Software „MKS Toolkit“ beseitigen: Mit ihrer Hilfe werden auch unter Windows Unix-Funktionalitäten zur Verfügung gestellt – ein Praxistest zeigt, wie gut dieser Ansatz funktioniert.
Kein IT-Mitarbeiter oder gar Anwender wird noch in Frage stellen, dass die grafische Oberfläche eines Betriebssystems eine Arbeitserleichterung darstellt. Schließlich lassen sich Webseiten, Dokumentation oder Zeichnungen nur mit Hilfe solcher grafischen Oberflächen schnell und einfach darstellen. Für die meisten Endanwender dürfte dann auch selbst die Eingabeaufforderung, wie sie unter Microsoft Windows zur Verfügung gestellt wird, ein „Buch mit sieben Siegel“ sein. Das liegt sicher nicht an der allgemein geringeren Begabung der Anwender, sondern daran, dass er die Fähigkeiten der Konsole normalerweise überhaupt nicht benötigt.
Allerdings mussten auch „reinrassige“ Windows-Administratoren immer wieder feststellen, dass ein ausschließliches Arbeiten, aus der grafischen Oberfläche heraus, gewisse Nachteile mit sich bringt: So ist beispielsweise eine Automatisierung wiederkehrender Aufgaben auf diese Weise häufig nur schlecht oder überhaupt nicht zu realisieren. Auch Microsoft hat dieses Problem vor Jahren erkannt und hat die Fähigkeiten der Konsole mit jeder aktuellen Windows-Variante stark erweitert. Wobei die Forderungen vieler Administratoren, die in „gemischten Umgebungen“ arbeiten, sicher ihren Anteil daran hatten, dass man sich in Redmond entschlossen hat, diesen Bereich gerade beim Windows Server 2003 deutlich zu erweitern. Doch die Windows-Shell hat immer noch nicht in allen Punkten mit den entsprechenden Unix-Programmen gleichgezogen.