Paarbildung und Leistungsklassen im IEEE 802.3af-Standard
Einer der bis kurz vor der Verabschiedung des 802.3af-Standards immer wieder geänderten Punkte war die Nutzung der Adernpaare eines Twisted-Pair-Kabels für die Stromversorgung. Schließlich hat man sich im IEEE-Gremium darauf geeinigt, PoE sowohl über die beiden schon zur Datenübertragung genutzten Adernpaare (1/2 und 3/6) als auch über die bislang ungenutzten Paare (4/5 und 7/8) zuzulassen. Ersteres nennt sich Phantomspeisung. Zu bemerken ist hier, dass der Standard offen lässt, welches Pärchen den Plus- und welches den Minuspol bildet. Es ist Aufgabe des Endgeräts, durch eine besondere Eingangsbeschaltung zu erkennen, wie die Paare belegt sind und die Polarität entsprechend zu schalten. Das Verfahren zur Stromübertragung in den bislang ungenutzten Adernpaaren nennt sich Spare-Pairs. PoE-Endgeräte (auch als „Powered Devices“ oder PD bezeichnet) müssen beide Verfahren unterstützen, beim Versorger (auch „Power Source Equipment“ oder PSE genannt) muss sich der Hersteller für eines von beiden entscheiden.