Die Anbieter von Ethernet-Equipment arbeiten seit Jahren daran, den Carrier-Markt zu erobern. Neben Kostenvorteilen und der Allgegenwart von Ethernet in Unternehmen setzen sie auf Next-Generation Networks, die Daten, Sprache und Video über eine gemeinsame Plattform transportieren. Die Vermarktung dieses Ansatzes erfolgt vor allem unter dem Label „Triple Play“, dieses Jahr gesellte sich das Schlagwort „IPTV“ hinzu.
Carrier-Netze der nächsten Generation (Next-Generation Networks, NGNs), da sind sich Anbieterschaft und Analysten einig, müssen eine Vielzahl breitbandiger Access-Varianten ebenso unterstützen wie Ethernet im Stadtnetz (Metro Network) und IP/MPLS (Multi-Protocol Label Switching) im Transportnetz (Core). Eine Schar spezialisierter Anbieter arbeitet mit zunehmendem Erfolg daran, den Netzbetreibern die allmähliche Migration von SDH und ATM in Richtung NGN schmackhaft zu machen. Neben Layer-2- und Layer-3-VPNs für Unternehmen zählt zu den Argumenten der NGN-Verfechter die Möglichkeit, Datenverkehr, Sprache (Voice over IP) und Video-Streams über eine gemeinsame Ethernet-/IP-Plattform abzuwickeln (Triple Play). In letzter Zeit heben die Anbieter – darunter Riverstone, Laurel/ECI und Juniper mit seiner E-Serie – hier besonders das Video-Streaming (IPTV) hervor, da dieses die höchsten Ansprüche an den Durchsatz sowie an die Verlässlichkeit der Netzkomponenten stellt: Herkömmliche Ethernet-Switches mussten nur viele Datenpakete durchschleusen, klassische Breitbandaggregatoren (BRAS) vor allem viele Anwender mit Diensten versorgen. IPTV-Equipment aber muss beides leisten – und zwar ohne Makel, denn ein enttäuschter Triple-Play-Kunde bestellt bei ruckelnden Fernsehbildern gleich seine Sprach- und Datendienste mit ab.