Was im Festnetz immer mehr Anhänger findet, funktioniert neuerdings auch vom Handy aus: Die Nutzung des IP-Protokolls für kostenlose oder zumindest extrem günstige Telefonate in die Firmenzentrale beziehungsweise zu jedem beliebigen Festnetzanschluss. Doch damit nicht genug – die dahinter stehende technische Lösung wird in Provider-Hand zur Schlachtkeule gegen alle Anbieter von Festnetztelefonie.
„GSM-over-IP hat das Potenzial, die Karten im Telefoniemarkt völlig neu zu mischen.“ Franz Schmöller, Geschäftsführer Schmöller Datentechnik.
Im Maßstab des Massenmarkts ist VoIP (Voice over IP) noch ein zartes Pflänzchen: Haushalte und SOHOs (Small Offices, Home Offices) beginnen gerade erst, ihre pauschal tarifierte DSL-Verbindung für Gespräche mittels Internetprotokollpaketen zu nutzen. Die Auswirkungen auf den Telefoniemarkt sind kaum zu überschätzen – sollte sich diese Praxis bald in großem Stil durchsetzen. Und nun sollen auch noch Handytelefonate zu ähnlichen Preisen zu haben sein, wie sie die VoIP-Provider im Festnetz bieten. „Ich rechne derzeit mit einen Preis ab 1,8 Cent pro Minute für innerdeutsche Gespräche ins Festnetz“, erklärt Franz Schmöller, Chef des Software- und Systemhauses Schmöller Datentechnik. Gespräche ins Unternehmen sind mit dem Konzept des oberbayerischen Unternehmers sogar kostenlos. Die Preise für Auslandsverbindungen sollen bei drei Cent pro Minute beginnen.