Systeme zur Beschreibung von Sinnzusammenhängen müssen aufwändig manuell gepflegt werden
Fehlende Tools behindern die produktive Ontologie-Nutzung
München (pg) – Einsatzfelder für Ontologien standen im Mittelpunkt der ersten Semantic Web Days. Die Hauptbotschaft: Die Verfahren zur Beschreibung von Sinnzusammenhängen werden in Pilotanwendungen benutzt, aber kaum in industriellen Projekten.
Andreas Abecker vom Karlsruher Semantic-Web-Spezialisten Ontoprise sieht in der Systemintegration und bei Expertensystemen wichtige Einsatzfelder für ontologische Tools. Im Vergleich zu Knowledge-Management-Systemen sei es somit einfacher, Veränderungen vorzunehmen sowie unterschiedliche Sichten darzustellen. Bei der Wissensaufbereitung liegt der Schwerpunkt von Applikationen, die Hermann Friedrich gezeigt hat. Er ist zuständig für Knowledge Management bei der IT-Abteilung von Siemens. Sein Ziel: „Es geht darum, Inhalte aus Contentmanagement-Systemen oder der Dokumentenverwaltung mit Strukturen aus Ontologien zu verknüpfen.“ Bislang bieten einschlägige Systeme nur relativ einfache Möglichkeiten, um Sinnzusammenhänge herzustellen. Die Erfahrungen der Münchner: „Die Pflege der Ontologien ist aufwändig und nur manuell realisierbar.“ Mögliche Einsatzfelder sieht Siemens-Wissensexperte Friedrich im Gesundheitswesen, etwa im Aufbau von Datenbanken, die Risikofaktoren abgleichen. Insgesamt scheint der Bereich der Life Sciences im Moment am weitesten fortgeschritten zu sein in Sachen Ontologien und den darauf aufbauenden Semantic-Web-Verfahren. Anita Dewaard vom wissenschaftlichen Verlag Elsevier verspricht sich etwa, dass sich Beziehungen zwischen wissenschaftlichen Texten mit semantischen Technologien künftig besser abbilden lassen. So sei es für gängige Suchanwendungen noch schwierig, Zeichnungen von bestimmten Molekülen und deren Beschreibung als zusammengehörig zu erkennen. Im Prinzip könnte das über eine gemeinsame Annotation in neutralen Formaten möglich werden.