Über den höchstskalierenden Unternehmensserver der Branche konnte sich Suns damaliger Enterprise-Systems-Verantwortlicher Clark Masters schon beim Launch der Sunfire E25K vor anderthalb Jahren freuen. 72 doppelkernige Ultrasparc-IV-Prozessoren ergaben ein symmetrisches Multiprocessing-System mit 144 Cores. In der Folge sah sich der Unix-Pionier jedoch dem Vorwurf ausgesetzt, mit seiner Prozessortechnik nicht auf dem neuesten Stand zu sein. IBM und HP boten mit den jeweiligen Power- beziehungsweise Itanium-Chips die leistungsfähigeren Designs.
Der Ultrasparc IV+ soll das Sun-Flaggschiff nebst seinem 36-Prozessor-Vetter E20K nun in die Pole Position der Serveroberklasse zurückbringen. Der Prozessor wird wie die Konkurrenzchips in einem aktuellen 90-Nanometer-Prozess gefertigt, erreicht 1,5 Gigahertz Takt und zieht funktional in manchen Punkten gleich: Neben Simultaneous Multithreading, das bereits der Vorgänger beherrschte, hat Sun erstmals einen Level-2-Zwischenspeicher auf den Chip gepackt – und zwar zwei Megabyte pro Kern. Die 16 Megabyte externen Caches beim Ultrasparc IV mutieren jetzt zum Level-3-Cache und wachsen auf 32 Megabyte.