Zentrales Management
Die KVM-IP-Technik bietet die Grundlage dafür, eine komplette Lösung weiter in Richtung zentrales Netzwerkmanagement auszubauen. Über ein spezielles Gateway lassen sich damit zum Beispiel die Konsolen- und KVM-Switches, Power-Control-Geräte und der jeweils dahinter agierende GUI-Server inklusive der angeschlossenen seriellen Geräte erreichen. Bei Raritan heißt die entsprechende Lösung „Command Center“ und erlaubt mit einem einzigen 1HE-Gerät den Zugriff auf Rechenzentren, Niederlassungen oder andere externe Einsatzorte. Die Verbindung läuft über ein VPN – oder, falls das Netzwerk selbst nicht funktioniert auch direkt per Modem an den Server.
Initiativen der Chip-Hersteller
Wie hilfreich ein bei Bedarf vom Betriebssystem unabhängiges Out-of-Band-Rechnermanagement sein kann, das zudem bis auf die BIOS-Ebene reicht und etwa ein Reboot durch einen Kaltstart einschließt, haben auch die Chip- und Serverhersteller erkannt. Intel propagiert derzeit zunächst für Workstations und PCs eine Initiative unter der Bezeichnung „Active Management Technologie“ (AMT), die mehrere Rechnerhersteller unterstützen beziehungsweise dies für die Zukunft angekündigt haben. Basis dieser Technik ist ein zusätzlicher Flash-Speicher, in dem sich Hard- und Softwareinformationen über den Rechner befinden und der sich auch bei ausgeschaltetem Gerät auslesen lässt. Über einen auf der speziellen Hardware laufenden Webserver kann der Administrator auf den Problemrechner zugreifen, bei Bedarf sogar Operationen wie das Ein- und Ausschalten der Netzwerkkarte ausführen. Im Moment ist dafür jedoch reine Intel-Hardware nötig, was unter anderem auch einen Grund dafür darstellt, dass die KVM-Hersteller diese Techniken eher als Ergänzung zu ihrem eigenen Angebot denn als Konkurrenz werten.
Dr. Jörg Schröper Der Artikel basiert in Teilen auf einem Vortrag, den Martin Doerner, Key Account Manager bei Raritan Deutschland, auf dem LANline Tech Forum „Verkabelung und Netz-/RZ-Infrastruktur“ im September 2005 in Wien gehalten hat.