Die Normierung für die 10-Gigabit-Ethernet-Technik über Kupfer macht Fortschritte. Die Hersteller entsprechender Verkabelung und passender aktiver Komponenten warten auf die Initialzündung, die einen an sich schon beachtlich wachsenden Markt weiter in Richtung Mainstream antreibt. In vielen Fällen lohnt es sich für den Anwender, bereits heute zu investieren.
Eine „ordentliche“, also eng gebündelte und parallele Kabelführung kann die Übertragung besonders Alien-Crosstalk-anfällig machen Quelle: Reichle & De Massari
Wie bereits an anderer Stelle in der LANline untersucht, zeigt der Markt für 10-Gigabit-Ethernet-Produkte (10GbE) seit rund zwei Jahren ein erhebliches Wachstum (siehe LANline 10/2005, Seite 6). Als Mainstream lässt sich diese Technik allerdings aus mehreren Gründen noch längst nicht einstufen: Einerseits sind aktive Komponenten – soweit zu haben – noch recht teuer; andererseits sehen viele Unternehmen zwar durchaus einen prinzipiellen Vorteil im Bandbreitenzuwachs, mangels einer Killer-Applikation stehen die Zeichen dennoch auch bei 10GbE-tauglicher Vernetzung vielerorts auf abwarten.
10 Gigabit Ethernet über Kupferkabel
Mit besonderen Problemen müssen die Verkabelungsspezialisten fertig werden, die eine 10GbE-Vernetzung auf Kupferbasis anstreben: Neben den bereits bekannten und beherrschbaren Störquellen (zum Beispiel FEXT, NEXT) tritt nun der so genannte Alien Crosstalk auf, also ein Übersprechen zwischen verschiedenen parallel verlegten Kabelsträngen. Dieses Phänomen lässt sich nicht nur durch Filter- oder andere Maßnahmen beseitigen. Mehrere Grundlagenartikel dazu finden sich zum Beispiel im LANline Spezial IV/2005 (Für Detailinformtionen siehe etwa „Alien Crosstalk unter der Lupe: Theorie und Messung“, Seite 28).