Nigel Rayner, Vice President Research bei Gartner, vergleicht Unternehmenssoftware mit Sumoringern. Diese Analogie bleibt gültig, wenn Microsoft, Oracle und SAP um 2008 die kommende Generation ihrer ERP-Pakete ausliefern. Obwohl die künftigen Systeme stark auf SOA basieren, wandeln sich die Kolosse nicht zu grazilen Ballerinas. Eine beliebige Austauschbarkeit der ERP-Kernmodule sei auch künftig nicht praktikabel: „Wir werden nicht dahin kommen, dass man SAP Financials betreiben und die Personalsoftware vom Hersteller A und eine Beschaffungslösung des Anbieters B anflanschen kann“, sagte Rayner gegenüber der Computer Zeitung.
Der Gartner-Analyst geht davon aus, dass Anwender sich auch künftig bei primär administrativen Backend-Prozessen wie Buchhaltung und Personalverwaltung an den vorgegebenen Best Practices der Standardsoftwerker orientieren müssen. Seiner Ansicht nach gewinnen die Benutzer durch SOA allerdings mehr Flexibilität bei der Integration spezialisierter Systeme, etwa für Logistik, Produktentwicklung oder Fertigungssteuerung: „Es wird viel einfacher werden, diese Einzellösungen zu kombinieren, daraus spezifische Betriebsabläufe zu schaffen und diese mit den ERP-Prozessen zu verbinden.“