Böblingen (sk) – Um das Geschäft mit Servern und Speichern aus der Verlustzone zu bringen, soll HPs Servicesparte im nächsten Jahr mit dem Geschäfts-bereich Enterprise Systems zusammengeführt werden. HP positioniert sich damit wieder stärker als Kistenschieber.
Jürgen Rottler, Vertriebschef von HPs Service Group, liefert die Begründung für die strategische Neuausrichtung des Firmenkundengeschäfts: Die Hardwareverkäufe des Computerriesen würden zunehmend getrieben von dessen Consulting-Arm. Insofern liegt es für Konzernlenkerin Carly Fiorina nahe, Synergien aus beiden Geschäftsbereichen zu ziehen, indem sie diese künftig in der so genannten Technology Solutions Group zusammenfasst.
Immerhin hat die Service Group im abgeschlossenen Geschäftsjahr einen satten Gewinn ausgewiesen, während die Enterprise Group ein Minus in die Bilanz einbrachte. Noch schlimmer wiegt indes, dass der Umsatz weiter schrumpfte.
Finanzanalysten machen Fiorina Druck: Seit dem Merger mit Compaq seien die Umsätze im Firmenkundengeschäft rückläufig, so ihre Kritik. Ein Analyst von Bear Stearns sieht HP gar auf dem Stand von vor dem Zusammenschluss: „Ein tolles Druckergeschäft mit langfristig weniger guten Aussichten für den Computer-bereich.”
Noch ist nach Auskunft eines HP-Sprechers nicht klar, auf welche organisatorischen Neuerungen sich die Kunden einstellen müssen. Doch HP hofft auf einen Umsatzschub bei Hard- und Software – und verabschiedet sich mit der Verzahnung von Produkten und Services von seinem Ziel, eine Größe im IT-Servicemarkt zu werden. Während es Konkurrent IBM mit seinen Global Services gelungen ist, einen hardware-unabhängigen Anbieter im Markt zu positionieren, verfolgt HP nun eher das Modell von Dell: Der Direktvermarkter stellt nach wie vor die Hardware in den Kundenfokus.