Kontakt » Newsletter » Suche » Sitemap » Impressum » Mediadaten »
» Internet
» Telekommunikation
» LAN-Infrastruktur
» Hardware
» Administration
» Software
» Sicherheit
» Forschung
» IT-Jobs
» Hersteller
» Marktübersichten
» Produktinfos
» Ausschreibungen
» Foren
» Web-Tipp
  Top-Jobs
Aktuelles Heft | :) Heftarchiv | Leserservice | Mediadaten |
Ansprechpartner |
Thema: Sonstiges
Ausgabe: 02/2004
Seite: 29

Im Test: RAID-Array ES-A16F-G1A2 von Infortrend

Serial-ATA im Verbund

Das RAID-Array ES-A16F-G1A2 hat zwar einen sperrigen Namen, bündelt jedoch massiv Kapazität auf kleinstem Raum: 3,5 TByte, verteilt auf 16 Serial-ATA-Festplatten. LANline testete, ob SATA schnell genug für den Unternehmenseinsatz ist.


Kompakter Speicherplatz: Bis zu 3,5 TByte passen in die drei Höheneinheiten des RAID-Systems.

Sicht auf mehrere Volumes: Raidwatch stellt Platten eines Volumes farblich abgesetzt dar.

Schalter vergessen: Ein Netzteil läuft nicht, in der Managementsoftware rot markiert.

Schon das Auspacken lässt darauf schließen, dass ein Schwergewicht zum Vorschein kommen wird – in jeder Hinsicht. Das RAID-Array ES-A16F-G1A2 von Infortrend ist jenseits der 35-Kilogramm-Grenze angesiedelt – ohne Festplatten, versteht sich. Doch man kann dem Hersteller nicht vorwerfen, es nicht zumindest versucht zu haben. Display und Bedienelemente des Arrays sind in die klappbaren Griffe integriert, sodass kein Platz für die Knöpfe und das beleuchtete Display verloren geht. Während diese Lösung sowohl clever als auch in der Praxis gut anwendbar ist, ging der Versuch, die Laufwerksschlitten minimalistisch zu gestalten, daneben. Die flachen Plastikfronten weisen keinen richtigen Release-Hebel auf, nur eine kleine Plastiknase, die entweder nach stabilen Fingernägeln oder einem Schraubenzieher verlangt. Das Entriegeln und Verriegeln der Platten gestaltet sich so zu einer hakeligen Angelegenheit. Dennoch, kompakter kann man im Moment 3,5 TByte nicht auf drei Höheneinheiten unterbringen.

In den Schlitten lagen beim Testgerät 16 Maxtor-Festplatten mit 250 GByte Kapazität, 7200 Umdrehungen und acht MByte Cache-RAM. Ein RAID-Controller mit 128 MByte RAM verknüpft die Festplatten nahezu beliebig miteinander und sorgt dafür, dass sich die Datenträger über den Fibre-Channel-Controller dem jeweiligen Betriebssystem als eine oder mehrere LUNs präsentieren. Der Gewichtigkeit des Systems angemessen, hat der Hersteller Netzteile und Lüftereinheiten redundant ausgelegt. Die Netzteile sind sogar mit je einem eigenen Schalter versehen, den man schon mal vergisst. Dann sind zwar beide Netzteile eingesteckt, dennoch läuft nur eines davon. Da sich das Eonstor Array sofort laut piepsend darüber beschwert, ist dies kein großes Problem. Ein zentraler Schalter wäre trotzdem logischer. Lüfter und Netzteile können durch Lösen von Rändelschrauben im Betrieb gewechselt werden. Der Controller spielt jedoch ein Solo, eine redundante Auslegung ist nicht möglich. Er besitzt jedoch zwei Fibre-Channel-Anschlüsse, die mit SFPs – (Small Form-Factor Pluggable) – Modulen ausgestattet sind. Auch eine SCSI-Variante ist vom Hersteller Infortrend lieferbar.

Tasten oder fummeln?
Wie bei allen Eonstor RAID-Arrays ist die komplette Installation, Konfiguration und Verwaltung über das Display samt vier Tasten möglich. Was bei einem kleinen RAID-Array mit SCSI-Anschluss noch praktikabel ist, macht beim ES-A16F-G1A2 keinen Spaß – dafür sind zu viele Optionen und Konfigurationsvarianten möglich. Einzige Ausnahme: der Schnell-Konfig-Modus, in dem das Gerät automatisch zwei RAID-5-Arrays anlegt und LUNs vergibt. Dies stellt kein Problem dar, denn der Hersteller legt die Managementsoftware Raidwatch bei. Wer das Array jedoch wie bei unserem Testaufbau über einen Brocade-SAN-Switch mit den Servern verbindet, muss passen. Raidwatch ist in erster Linie für den direkten Anschluss des Controllers an den Server gedacht, am besten per SCSI. Wer den Fibre-Channel-Controller einsetzt, muss das Array über die Netzwerkverbindung des Controllers ansprechen. Dazu vergibt man zunächst über das Display eine IP-Adresse. Dann kommt ein FTP-Client zum Einsatz, am besten eine Version, die ganze Verzeichnisse kopieren kann. Nach den Anweisungen auf einem DIN-A4-Faltblatt kopiert man bestimmte Dateien und Verzeichnisse von der bislang nicht funktionsfähigen Raidwatch-Installation auf dem Server zum Controller. Wer an Funktionen wie E-Mail-Benachrichtigung oder SNMP interessiert ist, editiert zuvor noch die Datei agent.ini und trägt mit einem Texteditor passende Werte für Community, SMTP-Server und Empfängeradressen ein. Dann startet der Admin das Array neu und kommt nach dem Hochfahren (endlich) in den Genuss der Browser-basierenden Managementoberfläche.

Das Bedienungskonzept von Raidwatch erweist sich als nicht gerade intuitiv, sondern erfordert eine Weile intensiver Beschäftigung mit der Software. Dann allerdings überzeugt das Programm durch einen großen Funktionsumfang, der in jeden Aspekt des Arrays hineinreicht. Infortrend geht mit einem mehrstufigen Ansatz an die Verwaltung der Datenträger heran. Da sind zunächst die physikalischen Platten zu nennen, die in beliebigen Kombinationen mit RAID 0, 1, 3 und 5 zu logischen Drives kombiniert werden können. Eine Ebene höher koppeln logische Volumes logische Drives zusammen. So lässt sich beispielsweise aus zwei logischen RAID-5-Drives ein logisches RAID-50-Volume erstellen. Logischen Volumes wie logischen Drives können LUNs zugeordnet werden, die der Controller im Server anspricht. Bis zu 1024 LUNs sind theoretisch möglich. Die LUNs lassen sich fest mit einem der beiden Fibre-Channel-Anschlüsse verbinden und auch nach bestimmten Servereigenschaften filtern, sodass nur bestimmte Hosts darauf zugreifen können. Die LUN-Verwaltung ist ebenfalls in Raidwatch integriert, wenn auch gut versteckt. Die entsprechenden Einträge verbergen sich im Submenü “Channels“ des Bereichs “physikalische Drives“. Positiv ist uns aufgefallen: Alle Änderungen der Laufwerkskonfiguration können online und ohne Beeinträchtigung anderer, nicht betroffener Bereiche des Arrays durchgeführt werden. Wer einmal mit der Software vertraut ist, hat ein schnelles und vor allem sehr übersichtliches Verwaltungs-Tool zur Verfügung.

Online aufblasen
Im Prinzip ist die Verwaltungssoftware nur bei der ersten Konfiguration interessant, danach muss der Administrator Raidwatch nicht mehr bemühen. Sicher auch nicht wegen irgendwelcher Probleme, das Gerät lief während unserer mehrwöchigen Testphase im Labor absolut stabil. Weil der Hersteller auch die üblichen Redundanzfunktionen eines RAID-Arrays wie Hot-Swap und Hot-Spare vorgesehen hat, ist selbst beim Ausfall eines Datenträgers kaum mehr als der Austausch der entsprechenden Platte nötig. Anders sieht es bei nachträglichen Änderungen an einem logischen Drive oder Volume aus. Dank Online-Drive-Expansion kann der Administrator unbenutzte Platten aus dem Pool zu bestehenden Arrays addieren. Im Test funktionierte diese Option tadellos und gefährdete auch die bereits abgelegten Daten nicht. Falls es doch zu Schwierigkeiten kommen sollte, meldet sich das Array zuverlässig, sofern ein SMTP-Server im Netz für die Zustellung der E-Mails sorgt. Im Prinzip muss man einen Fehler künstlich erzeugen, um die Funktion einmal zu testen, einen entsprechenden Probelauf hat der Hersteller allerdings nicht vorgesehen. Doch die Informationen in der Mail sind sehr ausführlich und helfen dem Administrator, Problem und Ursache zu erkennen.

Einmal eingerichtet, ergaben sich im Test keine Probleme, das Array mit einem Qlogic-und einem JNI-Fibre-Channel-HBA anzusprechen. Auch die Kombinationen Brocade-SAN-Switch oder Point-to-Point-Verbindung zwischen Array und Server bereiteten keine Schwierigkeiten. Wer das Array von mehreren Servern aus nutzen will, sollte allerdings an die verhängnisvolle Tendenz von vielen Windows-HBA-Treibern denken, die rücksichtslos jede gefundene LUN für sich reservieren und so zu Schwierigkeiten beim Sharing der Volumes führen können.

JNI bietet dazu eleganterweise mehrere Installationsoptionen – mit und ohne Auto-Mapping – an. Dies ist jedoch nicht Sache des Arrays, das sich bei den Durchsatztests von der besten Seite zeigte. Gleichgültig, welcher RAID-Level gewählt wurde, der Testserver, ein Dell-Rackmount-System mit zwei 2,8-GHz-Intel-Xeon-Prozessoren 1 Gigabyte RAM und dem Qlogic HBA erreichte Werte zwischen 165 und 175 MByte/s bei den Leseoperationen. Bedenkt man, dass die Fibre-Channel-Verbindung ein kaum höheres theoretisches Maximum hat, ist das Ergebnis erstaunlich gut.

Die Durchsätze für das Schreiben lagen mit zirka 120 MByte/s ähnlich hoch, und beim Datenbank-Lastprofil der Testsoftware Iometer kamen noch gute 16 MByte/s zusammen. Damit kann das ES-A16F-G1A2 durchaus in der Oberliga mitspielen und bietet genug Leistung für größere Serveranwendungen.

Kompakt und platzoptimiert ist das ES-A16F-G1A2, keine Frage. Dass dabei die Handhabung etwas ins Hintertreffen gerät, ist zu verschmerzen, vor allem, wenn man die nervenaufreibende Installation der Managementsoftware im Vergleich sieht.

Die hervorragenden Durchsatzwerte und das absolut stabile Betriebsverhalten machen jedoch den Ärger mit der wenig eleganten Installation mehr als wett. Der Preis für das Array beträgt 10.768 Euro.



(Elmar Török/mw)

 top     zurück




 


D-Hagen: Datenspeicherung »
Bereich: Datendienste
Wettbewerbsort: HAGEN
Abgabe: 27-02-2009

D-Berlin: Personalcomputer »
Bereich: Computerhardware
Wettbewerbsort: BERLIN
Abgabe: 27-02-2009

mehr Ausschreibungen »

mehr Videos >>









© Konradin Relations GmbH 2009