Deutscher Outsourcing-Markt wächst trotz Negativmeldungen
Steria kauft sich in Beraterszene ein
Leinfelden (sr) – Angesichts eines nun auch in Deutschland boomenden Outsourcing-Marktes macht es Sinn, dass Steria sich hierzulande verstärkt. Ob der IT-Dienstleister sein Outsourcing-Angebot durch den Kauf von Mummert besser vermarkten kann, hält Ovum für fraglich.
Der Hamburger Berater und Systemintegrator Mummert, der 2003 sieben Millionen Euro Verlust verbuchte, erwartet für dieses Jahr eine operative Marge von fünf Prozent bei Einnahmen von etwa 140 Millionen Euro. Angesichts dieses Turn- arounds sei der Zeitpunkt für die Übernahme durch Steria gut gewählt, urteilt Ovum-Analyst Francois Dauriat. Mummert erzielt 85 Prozent seines Umsatzes im Inland. Steria nahm 2003 hierzulande rund 50 Millionen Euro ein, knapp fünf Prozent des Gesamtumsatzes.
Die Übernahme bedeutet also eine deutliche Stärkung der Präsenz in Deutschland. Allerdings agieren die beiden Unternehmen weitgehend in unterschiedlichen Geschäftsfeldern. „Tatsächlich sind die Angebote so komplementär, dass man sich fragt, wo denn die Gemeinsamkeiten liegen“, so Dauriat. Dennoch bescheinigt er Steria das Potenzial, zu einem Gegenspieler von US-Beratungshäusern wie IBM Business Consulting oder Accenture zu werden.
Positiv auswirken könnte sich vor allem die Fähigkeit, von der Beratung bis zum Betrieb einer Lösung alles aus einer Hand anzubieten. Diese wird einer Studie der Unternehmensberatung Lündendonk zufolge zunehmend von Unternehmen gefordert. Hinzu kommt das deutliche Anziehen des Outsourcing-Marktes. Obwohl nun auch der 2000 geschlossene Drei-Milliarden-Dollar-Deal zwischen Sainsbury"s und Accenture geplatzt ist, nimmt die Zahl der großen Abschlüsse zu. Laut Technology Partners International ist das Volumen der Verträge über eine Millionen Dollar in Europa 2004 bis jetzt um 62 Prozent auf 9 Milliarden Euro gestiegen. 13 Prozent der Deals entfielen auf Deutschland im Vergleich zu 3,4 Prozent 2003.