Client-Konzepte sollen dem Linux-Desktop auf die Sprünge helfen
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Frankfurt/M. (fm) – Bei Enterprise-Servern ist Linux drauf und dran, Windows den Rang abzulaufen. Auf dem Desktop aber schwächelt der Pinguin – als Alternative wurden auf der Fachmesse Linuxworld Expo neuartige Client-Konzepte diskutiert.
In den kommenden vier Jahren wird der Marktanteil für Linux-Server in Europa laut IDC von heute neun auf 16 Prozent steigen. Das Freeware-OS wächst schneller als alle anderen Plattformen – und schmälert Microsofts Marktchancen im Highend. Dort lassen es die Redmonder nach Ansicht von Branchenkennern am letzten Engagement fehlen. „Microsoft führt einen großen Verteidigungskampf gegen Linux im Lowend, aber wachsen kann Windows nur in den oberen Leistungsbereich hinein“, gibt Gartner-Mann Andrew Butler zu bedenken. Microsoft unterstütze Intels Highend-Plattform Itanium 2 jedoch nur halbherzig. Zwar arbeite das Betriebssystem selbst ausgezeichnet, doch hätten Unix und Linux bei Partitionierungs-, Lastmanagement- oder Clustering-Tools mehr zu bieten – weshalb selbst bei Anbietern wie Unisys, die lange nur auf Windows gesetzt hätten, die Frustration wachse. „Dass Unisys sich jetzt Linux zuwendet, ist ein wichtiger Fingerzeig“, so Butler.
In welchem Maße die Opensource-Software auch geschäftskritische Anwendungen besetzt, zeigt das Beispiel Deutsche Bahn, die aus Kostengründen auf breiter Front auf Linux umsteigt. Mail- und Vertriebssystem werden umgestellt, auch Teile der Verbindungsauskunft sind bereits vom fehlertoleranten HP Nonstop Kernel auf Linux migriert.
Schwer tut sich Linux dagegen im Client-Sektor, wo ihm IDC bis 2007 gerade mal sechs Prozent Marktanteil zubilligt. „Traditionelle Windows-Clients durch Linux zu ersetzen, ändert an den Kosten wenig“, begründet Tom Schwaller, Linux-IT-Architekt bei IBM. Viel interessanter werde es bei den Server-Managed Clients – etwa dem aus dem Opensource-Framework Eclipse hervorgegangenen Workplace-Produkt. „Ein solches Rich-Client-Framework ist ein Schlüssel für Linux auf dem Desktop“, glaubt auch IBMs Linuxstratege Adam Jollans, denn das könne die nötige Anwendungsunterstützung bringen. Zur Verbreiterung der Applikations- und Supportbasis könnte auch der Drive beitragen, den Linux derzeit in der öffentlichen Verwaltung entwickelt. Jüngstes Beispiel: Das von HP und Novell initiierte Programm Linux Kommunale.