Vergleich zwischen modernen und klassischen Stühlen

An den Stühlen lässt sich wie kaum an einem anderen Möbelstück der Zeitgeist und der Geschmack der Menschen erkennen. Die meiste Zeit verbringen wir auf Stühlen, egal ob es auf der Arbeit, in der Schule oder vor dem Fernseher ist. Der Stuhl ist zu einem echten Begleiter unseres Lebens geworden. Manche Stühle haben es sogar zu so einer Berühmtheit gebracht, dass sie heute im Museum stehen. Heute geht es vor allem darum, dass wir auf unseren Stühlen bequem sitzen. Das war aber nicht immer so. Lange Zeit waren die Stühle einfach nur schmückendes Beiwerk und sollten schick aussehen. Und natürlich sollten Sie auch einen bestimmten Status versinnbildlichen. So saß zum Beispiel der König auf seinem Stuhl immer höher als seine Frau oder das Volk. Heute entscheidet nicht mehr der Status über den Stuhl, sondern oft sind es die Designer oder die Gesundheitsexperten.

Klassische Stühle wurden erst seit ungefähr 1850 in den Fabriken gefertigt. Ganz bekannt waren damals die Gebrüder Thonet. Aus dem Schreinerhandwerk entwickelten sie ein industriell gefertigtes Massenprodukt, das in fast allen Wohnungen zu finden war. Damit hat eine neue Ära der Stühle begonnen, denn bis dahin entstand jeder Stuhl in unikater Heimarbeit. Mit der industriellen Produktion konnte Massen von gleichen Stühlen gefertigt werden. Als einer der Klassiker gilt zum Beispiel der Stuhl “No. 14 “, der in den meisten Wiener Kaffeehäusern zuhause war. In den Jahren bis 1930 wurde dieser Stuhl von den Gebrüdern Thonet fast 50 Millionen Mal gefertigt.

Die Zeit der modernen Stuhldesigns begann offiziell mit Gerrit Rietveld. Rietveld gehörte zur berühmten holländischen Designergruppe „De Stijl“. Unter ihm wurde der Stuhl auf seine geometrischen Elemente zurückgesetzt und konnte damit zu einer Ikone der klassischen Moderne werden. In Deutschland begann die Experimentierfreude der Möbeldesigner mit dem Beginn der Ära des Bauhauses. Es entstanden neue Formen aus unkonventionellen Materialien. Auch wenn sich die Formen und Materialien immer wieder geändert haben, ist die Vielfalt doch erhalten geblieben.

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